2019: Das BAföG wird ho, ho, höher!

Niveau B1

Abitur und dann?

Die erste Frage, die sich viele Schüler nach dem Abitur stellen ist: Soll ich studieren, eine Ausbildung machen oder direkt arbeiten gehen? Die Entscheidung ist oft von der finanziellen Lage der jeweiligen Person und der Familie abhängig. Ein Studium kostet Geld: Viele müssen ihr Elternhaus verlassen, in eine neue Stadt ziehen, Miete und Studiengebühren zahlen und haben für die Dauer ihres Studiums kein festes Einkommen. Es sei denn, sie finden einen Nebenjob und verdienen sich das Geld. Viele junge Studenten kellnern in Cafés und Bars oder geben Schülern und Studenten Nachhilfe in Mathe, Physik, Englisch oder Musik. Das verdiente Geld reicht aber hinten und vorne nicht und deckt nur einen kleinen Teil ihrer Ausgaben.

Der deutsche Staat fand diese Situation inakzeptabel und gibt seit Anfang der 1970er Jahre Abiturienten einen Grund mehr, warum es sich lohnt, studieren zu gehen.

 

Was ist BAfÖG?

Die bizzare Abkürzung „BAföG“, die sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben beinhaltet, steht für das Kompositum „Berufsausblidungsrderungsgesetz“. Es ist ein Gesetz des deutsches Staates, das erstmals Anfang der 1970er Jahre eingeführt wurde. Dieses Gesetz stellt finanzielle Mittel für Schüler, Auszubildende und Studierende zur Verfügung. Wer zum Beispiel nicht genug Geld zum Studieren hat, kann Unterstützung vom Staat erhalten. Das Ziel des BAföGs ist es, so eine Chancengleichheit im Bildungswesen zu erreichen: Jeder, der in Deutschland studiert, kann dies tun, ohne dazu gezwungen zu sein, einen oder mehrere Nebenjobs anzunehmen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Geldsumme, die nur für Personen gedacht ist, die aus den ärmsten Verhaltnissen kommen. Es handelt sich um eine Geldsumme, die auch für die Mittelschicht gedacht ist, also weder reiche noch arme Leute.

 

Wie funktioniert das BAföG?

Jeder Studierende, der einen Antrag auf BAföG stellt und diesen zugewiesen bekommt, erhält eine individuelle, auf die jeweilige finanzielle Situation des Studierenden angepassten Geldbetrag. Der Betrag ist von verschiedenen Bedingungen abhängig, wie etwa dem Einkommen der Eltern, der Geschwisteranzahl und der Mietkosten. Der BAföG-Höchstsatz betrug 2017 mehr als 700 €. Der oder die Studierende erhält diesen Betrag von Beginn des Studiums jeden Monat  bis zum Ende des Studiums und deckt ein dreijähriges Bachelorstudium sowie ein zweijähriges Masterstudium.

Fünf Jahre nachdem man das Studium erfolgreich abgeschlossen hat, zahlt man die Geldsumme in kleinen Raten an den deutschen Staat zurück. Die Summe, die jeder zurückzahlen muss, kann insgesamt höchstens 10.000 € betragen. Wenn jemand also 500 € BAföG im Monat bekommen hat und ein Bachelor- und Masterstudium absolviert hat und folglich insgesamt 30.000 € innerhalb von fünf Jahren erhalten hat, muss dennoch nicht mehr als 10.000 € zurückzahlen. Das restliche Geld ist ein Geschenk des Staates.

 

BAföG 2019

Die Zahl der Studierenden ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Im Wintersemester 2017/18 haben sich mehr als drei Millionen Erstsemester an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Gleichzeitig sind auch die Mietkosten in den Großstädten weiter angestiegen. In Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart zahlt man durchschnittlich 500 € für ein WG-Zimmer. In München sogar deutlich mehr. In Berlin finden mittlerweile Demonstrationen gegen die erhöhten Mietpreise statt. Aus diesen Gründen soll das BaföG 2019 erhöht werden. Um wie viel genau es erhöht werden soll, steht noch nicht fest.

Die Ausbildung zukünftiger Generationen sollte stets die oberste Priorität eines jeden Landes sein und die Entscheidung für oder gegen ein Studium darf nicht an den finanziellen Mitteln scheitern. Daher ist es ein gutes Zeichen, dass diese Initiative auch in Zukunft weiter gefördert wird.

 

TEXTVERSTÄNDNIS

1) Beantworte die folgenden Fragen zum Text.

1. Was sind die Nachteile eines Studiums?

2. Wofür steht die Abkürzung „BAföG“?

3. An welche Personen richtet sich das BAföG?

4. Wie hoch ist das Darlehen für jeden Studierenden?

5. Wie erfolgt die Rückzahlung des Darlehens?

6. Warum ist ein Teil des BAföGs ein Geschenk des Staates?

7. Warum soll das BAföG im nächsten Jahr erhöht werden?

 

GRAMMATIK

2) Verben mit Dativ und/oder Akkusativobjekt: Setze die richtigen Wörter in die Lücken ein.

1. Der deutsche Staat gibt __________ (den/der) Studierenden die Möglichkeit, ein Darlehen zu beantragen.

2. Wann hat Michael ______________ (dem/das) BAföG beantragt?

3. Ich habe _________ (des/den) Schülern während meiner Studentenzeit Nachhilfe in Italienisch und Französisch gegeben.

4. Als ich als Kellnerin arbeitete, haben ____________ (mir/mich) viele Leute Trinkgeld gegeben.

5. Nach Abschluss des Studiums hat mein Bruder _________ (den/dem) Staat alles sofort zurückgezahlt.

6. Hast du auf Lara schon geantwortet? – Nein, ich habe _____________(ihr/sie) noch nicht geantwortet.

7. Kennst du _______ (ihr/sie) nicht? Sie ist die Mutter von Felix und Fabian.

8. Ich habe ___________ (ihnen/ihm) nichts von unserem Treffen erzählt, weil er immer alles weitersagt.

 

WORTSCHATZ

3) Setze die passenden Wörter in die Lücken ein und dekliniere/konjugiere sie.

Darlehen | Bedingung | Studium | zurückzahlen | WG-Zimmer | stark steigen | arm | gleichzeitig | einführen | zur Verfügung stellen

1. Ich musste nach meinem Master anfangen, das Darlehen ____________________.

2. Viele Studierende wohnen in einer Wohngemeinschaft, wo sie sich die Küche und das Bad mit anderen Mitbewohnern teilen. Jeder Studierende hat in der Regel sein eigenes __________________.

3. In den letzten Jahren sind in vielen deutschen Großstädten die Mietpreise _________ ____________________.

4. Das BAföG ist ein __________________ des deutschen Staates, das teilweise nach Studienende ohne Zinsen zurückgezahlt werden muss.

5. Ein Nachteil des ____________________ ist, dass man oft über mehrere Jahre kein festes hohes Einkommen hat.

6. Die Höhe des BAföG-Betrages ist an verschiedene __________________ gebunden. Es ist unter anderem vom Einkommen der Eltern, der Geschwisteranzahl und von den Mietkosten abhängig.

7. Um das BAföG zu beantragen, muss man nicht zu den ________________ Familien Deutschlands gehören.

8. Der deutsche Staat _____________ Studierenden Gelder ________________, damit sie sich das Studium besser finanzieren können.

9. Die Anzahl der Studierenden in Deutschland ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. ________________ sind die WG-Zimmer und Mietwohnungen in vielen Großstädten sehr viel teurer geworden.

10. Das BAföG wurde erstmals Anfang der 1970er Jahre __________________.

 

TEXTPRODUKTION

4) Beantworte die folgende Frage in einem Text von ca. 100 Wörtern. Recherchiere bei Bedarf online.

Existiert ein ähnliches Förderungsgesetz für Schüler, Auszubildende und Studierende in Italien? An welche Bedingungen ist es gebunden? Wie viele Monate oder Jahre beträgt die Förderungshöchstdauer? Wird diese Initiative von vielen Personen in Anspruch genommen?

(Clelia Caruso)

(Bildnachweis: pixabay und pixabay)

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