Berlin, Berlin

19. Dezember 2016

Der Artikel des Monats Dezember thematisierte, von welcher Wichtigkeit die Vorweihnachtszeit in Deutschland ist und dass der Weihnachtsmarkt für Groß und Klein, Arm und Reich ein Ort des fröhlichen Beisammenseins ist. Doch dieses Jahr wurde auch die Weihnachtszeit in Deutschland und Europa in eine Trauerzeit umgewandelt. Am 19. Dezember hat der Terror in Deutschland erneut zugeschlagen. Schauplatz des Geschehens war der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Berliner Ortsteil Charlottenburg. Die Gedächtniskirche ist ein Mahnmal gegen Krieg und Terror.

 

Tatverlauf

Am Montag, dem 19. Dezember, ist um 20:02 Uhr ein Lkw ungebremst in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche hineingefahren. Der Lkw mit polnischem Kennzeichen war mit Stahlträgern beladen. Er fuhr durch die Einfahrt des Weihnachtsmarktes und dann 60 bis 80 Meter quer durch eine Gasse zwischen den Marktbuden hindurch. Schließlich durchbrach er die Budenreihe, warf eine Bude vollständig um und kam am Fuße der Gedächtniskirche zum Stehen. Der Fahrer hat sich anschließend vom Tatort entfernt. Der Lkw tötete zwölf Menschen, 50 Menschen wurden schwer verletzt. Der Lastwagen wurde bewusst in die Menschenmenge gesteuert.

Generalbundesanwalt Frank bestätigte, dass der Beifahrer in der Fahrerkabine (und vermutlich ursprüngliche Fahrer des Lkw) erschossen worden ist. Der Leichnam wird obduziert. Der tote Beifahrer ist polnischer Staatsbürger.

Am Mittwoch wurde ein 24jähriger tunesischer Herkunft von der Bundespolizei als mutmaßlicher Täter identifiziert. Anis Amir wurde kurz darauf zu einer weltweiten Fahndung ausgeschrieben, mit einem Kopfgeld von 100.000 €. Zwei Tage danach, am Freitag, den 23. Dezember, wurde Anis Amir am Mailänder Vorortbahnhof Sesto San Giovanni, in Italien, bei einer Polizeikontrolle erschossen. Es wurde ein Bekennervideo gefunden, in dem sich der Täter zur Tat in Berlin bekannte und im Auftrag der Terrororganisation „Islamischer Staat“ handelte.

 

Das Jahr der Anschläge

Das, was in Berlin geschah, war leider kein Einzelfall. Unzählige Menschen sind 2016 im Krieg, auf der Flucht oder bei terroristischen Anschlägen ums Leben gekommen und verletzt worden.

Das Jahr begann mit einem Selbstmordanschlag in Istanbul; im März wurde in Brüssel eine Anschlagsserie verübt; im Juni das Attentat in einem Nachtclub in Florida und der Anschlag am Istanbuler Flughafen, Atatürk, begangen. Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, fuhr in Nizza ein Lkw ungebremst in eine Menschenmenge und ein paar Tage später ermordeten zwei Angreifer in der Normandie einen 85 Jahre alten Priester während einer Kirchenmesse. Im selben Monat wurde das Olympia-Einkaufszentrum in München zum Schauplatz eines Amoklaufes. In Ansbach und Würzburg wurden Attentate ausgeübt. Im Dezember gab es in Istanbul erneut einen Doppelanschlag und kurz darauf erschoss ein Attentäter in Ankara den russischen Botschafter, Andrej Karlow, bei einer Ausstellungseröffnung. Anschläge gab es auch in Kairo, Jordanien, auf den Philippinen, in Afghanistan, im Irak und vielen anderen Ländern dieser Erde.

Menschen schießen um sich, fahren mit Lkws in Menschenmengen, legen Autobomben, sprengen sich selbst in die Luft. Ziel der Täter ist, so viele Menschen wie möglich zu töten und Angst und Misstrauen in der Bevölkerung zu schüren. Unglücklicherweise sind all diese Attentäter auf dem besten Weg genau das zu erreichen. Und auch die sozialen Netzwerke reagieren darauf: Facebook führt den sogenannten „Safety Check“ ein. Bei Terroranschlägen aktiviert Facebook eine Funktion, mit der Nutzer Freunden und Verwandten unmittelbar nach einem Geschehen bekanntgeben können, dass sie sich in Sicherheit befinden.

 

Bundeskanzlerin Merkel

Anlässlich des Anschlages in Berlin, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das deutsche Volk dazu aufgerufen, dem Terrorismus Stand zu halten: „Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt, auch wenn es uns in solchen Stunden schwerfällt. Wir werden die Kraft für das Leben finden, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen.“

 

TEXTVERSTÄNDNIS

1) Beantworte die folgenden Fragen zum Text.

1. Was ist am 19. Dezember passiert? Wo ist es passiert und wer war daran beteiligt?

2. War der Täter ein polnischer Staatsbürger?

3. War das Attentat in Berlin 2016 ein Einzelfall in Europa?

4. Wie haben soziale Netzwerke auf die Anschlagsserien des Jahres reagiert?

5. Zu was hat die Bundeskanzlerin das deutsche Volk einen Tag nach der Tat in Berlin aufgerufen?

 

GRAMMATIK

2) Wie spät ist es? Bilde ganze Sätze mit den folgenden Stichpunkten und schreibe die Uhrzeiten aus. Beispiel: 12:45 – Attentäter – fliehen. = Der Attentäter ist um Viertel vor eins geflohen.

10:45 – Lkw – Menschenmenge – rasen
______________________________________________________________________

9:40 – Bombe – Bahnhof – explodieren
_______________________________________________________________________

14:30 – Schlimmes – passieren – gestern  
______________________________________________________________________

12:35 – Bundeskanzlerin – Rede halten – motivierend
______________________________________________________________________

12:26 – unzählig – sterben – Syrien
______________________________________________________________________

 

WORTSCHATZ

3) Ordne die folgenden Wörter den ihnen entsprechenden Beschreibungen zu.

Lkw | ungebremst | Anschlag | Nutzer | Marktbude | Schauplatz | aufrufen | Einzeltäter | fahnden | lähmen

1. Etwas unbeweglich machen: ________________________________

2. Ein Fahrzeug mit einem großen Anhänger, das meist schwere Waren transportiert: __________________

3. Ohne anzuhalten oder zu stoppen: ____________________________

4. Ein Krimineller, der eine Tat alleine begeht: ___________________

5. Personen, die z.B. soziale Netzwerke benutzen: ________________________________

6. Wenn die Polizei jemanden sucht, um ihn oder sie zu verhaften: ___________________________________

7. Ein kleines Häuschen, meist aus Holz, das auf einem Markt steht: _________________________

8. Jemanden öffentlich auffordern, in einer bestimmten Weise zu handeln: __________________________

9. Ein gezielter Angriff, eine Attacke: __________________________________

10. Ort und Stelle, wo etwas Bestimmtes passiert: ________________________________

 

TEXTPRODUKTION

4) Der Täter von Berlin wurde in Italien erschossen. Über welches Medium hast du davon erfahren? Social Network, Online-Medien, Printmedien oder Fernsehen? Fasse kurz zusammen (60 – 80 Wörter).

(Clelia Caruso)

(Bildnachweis: Alexmar983, Wikimedia Commons und Andreas Trojak, Wikimedia Commons)

Per la lezione

Prosegui la lettura

Commenti

Lascia un commento

Il tuo indirizzo email non sarà pubblicato. I campi obbligatori sono contrassegnati *